RI088: #1 Die ewigen Wälder Valandains

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03 Apr 2013 08:56 #4806 von Shaaron
Anmerkung: Der folgende Text ist die (lange überfällige) Fortsetzung des Textes auf der vorherigen Seite. Aufgrund neuer Hintergrundinformationen habe ich ihn mehrmals geändert und angepasst.

Elfenkönigin Illacia: Vergangenheit (II)
In den Monaten nach dem Tod ihrer Mutter und dem Verschwinden ihrer Schwester trainierte Illacia verbissen ihre Fähigkeiten als Magier und mit Bogen und Schwert, anstatt sich weitere Legenden erzählen zu lassen und das Singen zu üben.
Das Verhältnis von Prinzessin Illacia zu ihrem Vater König Velrond verschlechterte sich in dieser Zeit immer weiter, da sie ihn insgeheim für ihren gemeinsamen Verlust verantwortlich machte. Dies führte dazu, dass sie kurz nach ihrem 16. Geburtstag Tamor Elosiums mit einigen Getreuen verließ um sich selbst auf die Suche nach ihrer Schwester zu machen. Unter anderem gingen mit Ihr ihre Jugendfreundin Antara und ihr gemeinsamer Lehrer, Magister Thamon – wobei sie immer den Verdacht hatte, das er auf Bitten Ihres Vaters mit ihnen gegangen war. Tamos Eagleeye war dabei, er fühlte sich immer noch für das Verschwinden Noldorias mitverantwortlich. Auch einige weitere junge Elfen und Halbelfen gingen mit, die gegen die zunehmende Finsternis kämpfen wollten, die sich am Rande des Valandainwaldes breit zu machen schien.

In den nächsten Jahrzehnten bekämpfte und besiegten sie und ihre Mitstreiter eine Unzahl Monster. Zwar hatten sie ein paar schmerzhafte Verluste zu beklagen - auch sie trug einige Narben davon - aber sie blieben immer siegreich. Von dem Monster „Restimmluu“ fanden sie von Zeit zu Zeit eine Spur, sie konnten seiner aber nicht habhaft werden. Auch ihre Schwester blieb verschwunden, weswegen ihre Wut auch nie ganz verschwand.
Von den Valandainranger hatte sie immer Unterstützung bekommen – erst zögerlich, dann offensichtlich. Im Laufe der Zeit hat sie zudem festgestellt, dass die Leute in den Städten und Dörfern ihr mit offenem Respekt begegnetem. Nicht weil sie aus dem Hochadel war, wie sie es gewohnt war, sondern aufgrund ihrer Fähigkeiten. Vor allem bei den Valandainrangern und bei der Palastwache Tamor Elosiums hatte sie dies festgestellt. Eine Hauptfrau der Valandainranger hatte ihr in dem Zusammenhang mal gesagt, das das damit zusammenhinge, dass es seit fast einem Jahrhundert keinen mehr aus der königlichen Familie gegeben hätte, der so zu kämpfen verstanden hat. Traurig hatte Illacia dann daran gedacht, das dies vielleicht einfach nur nicht notwendig gewesen war.

Im Laufe der Jahre kehrte sie wieder häufiger in den königlichen Palast zurück und versöhnte sich auch mit wieder ihrem Vater.
Eines Nachts, sie befand gerade am östlichen Rand des Valandainwaldes um ein dort gesichtetes Monster zur Strecke zu bringen, schreckte sie aus dem Schlaf hoch und ihr war bewusst, dass es Zeit wurde, endgültig in den Palast zurück zu kehren.

Ihr Vater empfing sie mit einem wissenden Lächeln. Ihn hatten die vergangenen Jahrzehnte gezeichnet – und zum ersten Mal wurde Illacia wirklich bewusst, dass sie immer noch aussah wie ein Frau Ende Zwanzig. Keiner hatte eine Erklärung hierfür. Die Valandara-Priesterschaft vermeinte jedoch bei ihr einen „Splitter Valandaras“ zu erkennen – was immer dies auch heißen mochte.
In Tamor Elosium verbrachte sie die nächsten Jahre mit dem Erlernen des Regierungsgeschäfts und wurde von ihrem Vater zur Mitregentin ernannt. In dieser Zeit übernahm sie als allgemein anerkannte Magierin das erste Mal die Leitung des „Goldsterneordens“, der angesehensten Magiergilde Tamor Elosiums, deren Leitung sie im Laufe der Jahrhunderte noch mehrere Male übernehmen sollte.

Wenige Jahre später veränderte sich die Welt erneut: Aus dem Süden drang Kunde, dass Luan I., Kaiser von Umbris, in seinem Verlangen nach Land und Macht die umliegenden Königreiche und freien Städte angegriffen hatte. In einem Handstreich hatten seine Truppen Kol Targas eingenommen und marschierten nach letzten Berichten auf Talthain Burg.

Die freie Stadt Narviel, Zentrum der menschlichen Magie und des Masinome-Glaubens, war in Erwartung eines Angriffs durch den Magie hassenden Luan I. und bat das Valandain-Königreich, Heimat des von Natur aus magischen Elfenvolks, um Hilfe und Untersstützung.

Illacia persönlich übernahm die Aufgabe und begab sich nach Narviel.


Demnächst: Vergangenheit III: Der Orden von ORAT und die Elfen

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22 Aug 2012 15:14 #4148 von Alarion
Wenn die Elfenkönigin so aussieht, verstehe ich nun, warum keiner zu den Nagashun-Heinis will. :laugh:

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22 Aug 2012 13:33 #4147 von Merkur
Cool!!

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22 Aug 2012 10:15 - 22 Aug 2012 18:15 #4145 von Shaaron


Ergänzung:
Das Bild ist selbstverständlich nur ein Link.
Das Bild kommt von einem Künstler von DeviantART
Das Copyright liegt - wie im Bild ersichtlich - bei Sony Online Entertainment.

graysun-d.deviantart.com/gallery/#/d3hgomo
Letzte Änderung: 22 Aug 2012 18:15 von Shaaron.

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21 Aug 2012 12:28 #4135 von Shaaron
Aufgrund einiger neuer InGame-Informationen musste ich die "Geschichte" ein wenig umstricken - ich habe im 1. Post markiert, was ich ändern musste. Jetzt geht es erstmal anders weiter als ursprünglich geplant.

Weiterhin freuen wir uns darüber, dass ich auch für die Kinder Golinnons, die Zwerge, jemand gefunden hat. Möge die Freundschaft zwischen Elfen & Zwerge noch lange Bestand haben!



Elfenkönigin Illacia: Gegenwart (II)

Der feindliche Trupp war jetzt soweit herangekommen, dass man Einzelheiten erkennen konnte. Es waren mehr Soldaten als angenommen. Der Trupp wurde anscheinend von einem besonders großen Ork angeführt.
Kaum war der letzte Mann des Trupps in den Wald eingedrungen, hörte sie das Sirren der Elfenbögen und sah ungefähr die Hälfte des Stoßtrupps zu Boden gehen. Einige Gestalten standen wieder auf, vor allem Untote – das Problem bei den Untoten war gemeinhin, das sie einfach nicht wussten, wann sie sterben sollten. Eine weitere Salve riss einen weiteren Teil der feindlichen Soldaten von den Beinen. Danach hatten die Feinde die eigenen Linien erreicht und verwickelten die eigenen Kräfte in den Nahkampf, was sie von ihrer Position aber nicht sehen konnte.
Äußerlich unbewegt aber innerlich angespannt hörte sie auf die Kampfgeräusche, die vom Boden heraufdrangen. Immer wenn sie einen Schmerz- oder sogar Todesschrei eines Valandainrangers vernahm zuckte sie innerlich zusammen. Vor allem vernahm sie immer wieder das Triumphgebrüll des großen Orks, was ihr ganz und gar nicht gefiel.

Sie entschloss sich zum Eingreifen. Ihr Kopf ruckte in Richtung des Hauptmanns der Leibwache, der sie beobachtete. Sie nickte ihm zu und deutete nach unten um ihm zu verstehen zu gehen, dass sie eingreifen würde. Sie sah den Unwillen in seinen Augen über ihre Entscheidung, aber sie wusste dass er ihr jetzt nicht widersprechen würde.

Sie sprang. Ein paar Meter tiefer landete sie sicher auf einem Ast, von dem sie auf den nächsten Ast fallen ließ. Von diesem ließ sie sich dann aus ungefähr 5 m Höhe auf den Waldboden fallen. Kaum hatte sie Bodenkontakt, rollte sie sich seitlich ab und kam kniend zum Stillstand. Was vielen anderen Rassen nur durch Magie erklärbar war, war einfach nur das Ergebnis der unglaublichen Gewandtheit der Elfenrasse.

Sie hob den Kopf und konnte sich jetzt ein genaueres Bild der Lage machen. Der größte Teil des feindlichen Stoßtrupps lag am Boden. Vor allem einige Untote waren noch auf den Beinen. Der große Ork, der den Stoßtrupp anführte, stand jedoch immer noch und lachte. Vor ihm lagen die Körper von 3 Ranger. Gerade trieb er seine große Streitaxt in die Brust eines weiteren Rangers. Die Pfeile, die sich in seiner Uniform verfangen hatten, schienen ihn nicht verletzt zu haben. Jetzt aus der Nähe betrachtet konnte sie sehen, dass er unter seiner Uniform anscheinend einen der Zwergenpanzer trug, derer die Oberherrntruppen vermutlich bei der Eroberung des Zwergenreichs habhaft geworden waren, möglicherweise verzaubert.

Sie stand auf. Der Ork zog die Axt aus der Brust des Rangers und wurde ihrer gewahr. Er wandte sich ihr zu und musterte sie. Anscheinend kurz darüber irritiert, warum sich ihm jemand ohne gezogene Waffe entgegenstellte, setzte er sich in ihre Richtung in Bewegung. Sie fixierte ihn und konzentrierte sich. Sie fühlte das Anwachsen der astralen Energie in sich, die sie in Richtung ihrer Hände leitete. Mit ihrem Willen unterwarf und formte sie die Energie, die sich Augenblicke später als ein sichtbares blaues Leuchten in ihren Händen manifestierte.
Der Ork, der die Art seiner Gegnerin nun erkannt hatte, schien nur einen winzigen Augenblick überrascht zu sein. Er setzte ein wölfisches Grinsen auf stapfte weiter auf sie zu.
Sie nahm ihr ganze Wut über die Angriffe des Oberherrn und die Verluste, die dieses Gefecht schon wieder verursacht hatte, und leitete die Energien in den Zauberspruch. Als der Ork die halbe Distanz überwunden hatte, riss sie ihre Arme nach vorne und formte mit ihren Händen eine Halbkugel, die in Richtung des Orks deutete. Die mystische Energie in ihren Händen verband sich, bildete eine gleißende, große blau-gelbe Flammenkugel und schoss gedankenschnell auf den Ork zu. In dessen zuvor siegessicheren Augen flackerte kurz vor dem Aufschlagen der Kugel Unsicherheit auf. Als der Feuerball den Ork verschlang bemerkte Illacia, dass der Ork anscheinend durch ein Schutzschild geschützt wurde, der allerdings aufgrund der Stärke ihres Feuerballs zusammenbrach. Das zuvor siegessichere Lachen des Orks ging in ein schmerzverzerrtes Brüllen über.
Während sich die letzten Spuren des Zaubers von ihren Händen lösten und erloschen, zog sie ihr Mithrilschwert und fühlte die magischen Energien, von denen es erfüllt war und wartete. In ihrer direkten Nachbarschaft machten die Mitglieder ihrer Leibwache die letzten Untoten nieder.
Die letzten Flammen des Feuerballs erloschen und gaben den Ork wieder frei. Er stand da, schaute sie wütend funkelnd an und brüllte ihr seinen Hass entgegen. Seine Kleidung war fast vollständig verbrannt und gab den darunterliegenden Zwergenpanzer frei. Die Haare waren ebenfalls vollständig verbrannt und die Haut war an den nicht durch Rüstung geschützten Körperteilen schwarz und warf Blasen. Trotz der Schmerzen, die der Ork spüren musste, schien er kaum geschwächt.
Illacia und der Ork, nun gewahr dass er es mit einem sehr gefährlichen Gegner zu tun hat, starrten sich an und warteten jeweils auf die erste Bewegung des Anderen.
Illacia fasste einen Entschluss und setzte sich in Bewegung. Sie lief direkt auf den Ork zu, der daraufhin mit seiner Axt weit ausholte. Als der Gegner seine Axt wieder zu einem mörderischen Schlag nach vorne schwang änderte sie leicht ihre Richtung nach links, warf sich nach vorne und hechtete unter dem Schlag hinweg. So gelangte sie links neben den Ork, und noch während sie sich elegant abrollte ließ sie ihr Schwert nach rechts schwingen. Sie fühlte, wie die Klingenspitze das Bein des Ork traf, kaum von der dort recht schwachen Panzerung aufgehalten wurde und von hinten durch die Wade schnitt. Der Ork brüllte. Noch während ihr Gegner sich umgedreht stand sie bereits wieder in Kampfposition. Der Ork war nun deutlich angeschlagen und verlagerte sein Gewicht auf das unverletzte Bein. Während der nächsten Minute belauerten sich die beiden Kontrahenten. Die königliche Leibwache hatte sich in einem großen Halbkreis hinter Illacia aufgestellt, hielt sich aber aus dem Duell raus.
Der Ork war nun vorsichtiger geworden und gab sich keine Blöße mehr.

Illacia wagte einen Angriff.

Kurz bevor sie den Ork erreichte, schien sie zu stolpert. Ihr Gegner sah seine Chance gekommen und holte mit der Axt aus um ihr die Klinge in den strauchelnden Körper zu treiben. Mit einer schier unglaublichen Eleganz vollführte die Elfenkönigin mit ihrem Körper eine Drehung und wich im letzten Moment gerade soweit nach rechts aus, dass die Axt nur noch an ihrem Rücken am Elfenkettenhemd entlangschrammte – aber selbst das würde Ihr für einige Tage wieder schmerzhafte blaue Flecken bescheren. Sie drehte sich weiter nach rechts um ihre eigene Achse und ließ gleichzeitig mit diesem Schwung ihr Mithrilschwert einen Halbkreis beschreiben. Der Ork erkannte nun, dass er auf eine Finte seiner Gegnerin reingefallen war und riss seine Axt wieder hoch um sie noch rechtzeitig in die Bahn der schimmernden Klinge zu bekommen, es war jedoch zu spät. Am Ende des Halbkreises befand sich der Hals der Kreatur, die der böse Gott Nagashun einst geschaffen und damit den Zorn Valandaras hervorgerufen hatte. Die dünne Panzerung am Hals stellte für die verzauberte Klinge kein großes Hindernis dar, so dass die Klinge den Kopf sauber vom Körper trennte.

Illacia stand bewegungslos, und auch der Körper des Orks schien einen Augenblick lang nicht wahr haben zu wollen, dass das Leben aus ihm wich. Dann brach der Körper zusammen.

Illacia blicke sich um. Der Stoßtrupp des Oberherrn war vernichtet. Die Körper der toten und untoten Gegner lagen am Boden. Der Verwesungsgestank der Untoten lag in der Luft.
Schmerzhaft war die Erkenntnis, dass zu viele Valandainranger den Tod gefunden hatten. Auch wenn auf einen gefallenen Ranger 10 Gegner kamen, waren diese Verluste schwerer zu verkraften als die des Gegners, der anscheinend aus unerschöpflichen Ressourcen seine Truppen rekrutieren konnte.

Es musste was geschehen.

Sie bemerkte die anerkennenden Blicke der Valandainranger und erinnerte sich, dass sie diese das erste Mal vor langer Zeit in ihrer Jugend bemerkt hatte.

(Fortsetzung folgt)
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09 Aug 2012 09:20 - 09 Aug 2012 09:20 #4114 von Alarion
Auch wenn ich noch nicht dazu gekommen bin, selbst was für RI088 zu schreiben, möchte ich schon mal erwähnen, dass ich diese Texte als sehr schön geschrieben und einen tollen RI088-Frühstart empfinde! :)
Letzte Änderung: 09 Aug 2012 09:20 von Alarion.

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